AufmaßMontageTippsVorbereitung

Aufmaß nehmen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Türen und Fenster

So nehmen Sie ein korrektes Aufmaß für Ihre Stahl-Lofttür oder Stahl-Glasfassade. Mit Checkliste und Profi-Tipps vom Metallbaumeister.

5 Min. Lesezeit
Metallmanufaktur van de Weyer
Digitales Aufmaß einer Türöffnung mit Laser-Messgerät

Warum ein genaues Aufmaß so wichtig ist

Bei maßgefertigten Metalltüren und Stahl-Glas-Elementen gibt es keine Standardgrößen aus dem Baumarkt. Jedes Element wird exakt nach Ihren Maßen gefertigt. Ein ungenaues Aufmaß kann dazu führen, dass die fertige Tür nicht passt – und eine Nachfertigung Zeit und Geld kostet.

Mit dieser Anleitung können Sie Ihr Aufmaß selbst nehmen. Sie brauchen dafür kein Fachwissen, nur etwas Sorgfalt und die richtigen Werkzeuge.

Was Sie benötigen

  • Laser-Entfernungsmesser – unsere klare Empfehlung. Da wir Ihre Tür mit nur 4–5 mm Untermaß fertigen, kommt es auf jeden Millimeter an. Nur so halten wir die Spalte so gering wie möglich
  • Wasserwaage (60–100 cm) – sowohl für die Wände als auch für die Bodenprüfung
  • Bleistift und Notizbuch oder unser Aufmaß-Formular
  • Alternativ: Zollstock (mindestens 2 m) – wenn kein Laser verfügbar ist, funktioniert auch ein guter Zollstock. Die Genauigkeit ist jedoch geringer
  • Smartphone für Fotos der Öffnung (hilft uns bei der Beratung)

Grundbegriffe kurz erklärt

Damit wir dieselbe Sprache sprechen, hier die drei wichtigsten Begriffe:

Lichte Weite / Lichtes Maß: Die tatsächlich nutzbare Durchgangsbreite und -höhe der fertigen Öffnung. Das ist das Maß, das Sie uns nennen.

Rohbauöffnung: Die Öffnung im Mauerwerk, bevor Zargen oder Rahmen eingebaut sind. Meist etwas größer als das lichte Maß.

Türblattmaß: Das Maß des eigentlichen Türblatts – kleiner als die Öffnung, damit es sich bewegen lässt. Das berechnen wir für Sie.

Schritt 1: Breite messen

Messen Sie die Breite der Öffnung an drei Stellen: oben, in der Mitte und unten. Notieren Sie alle drei Werte und markieren Sie den kleinsten Wert – das ist Ihr Breitenmaß.

Warum dreimal? Wände sind selten perfekt gerade. Besonders in Altbauten können die Unterschiede mehrere Zentimeter betragen.

Schritt 2: Höhe messen

Messen Sie die Höhe an drei Stellen: links, in der Mitte und rechts. Wieder gilt: der kleinste Wert zählt.

Messen Sie immer vom fertigen Fußboden bis zur Oberkante der Öffnung. Falls der Boden noch nicht verlegt ist, addieren Sie die geplante Aufbauhöhe (Estrich + Belag).

Schritt 3: Wandstärke messen

Da unsere Türen mit einer Blockzarge ausgestattet werden – also einer schmalen Zarge, die direkt an die Wand geschraubt wird – ist die Wandstärke weniger kritisch als bei Futterzargen, die die Wand umgreifen. Ihre Wände dürfen bereits fertig verputzt und gestrichen sein. Der nachträgliche Einbau ist problemlos möglich.

Dennoch notieren wir die Wandstärke, um den Öffnungswinkel Ihrer Tür festlegen zu können. Besonders wenn die Tür nah an einer Raumecke eingebaut wird, kann sie oft weiter als 90° geöffnet werden – das hängt direkt von der Wandstärke ab.

Messen Sie die Tiefe der Öffnung an mehreren Stellen – oben, unten, links, rechts. Bei unterschiedlichen Werten nennen Sie uns den größten Wert.

Schritt 4: Rechtwinkligkeit prüfen

Messen Sie beide Diagonalen der Öffnung (von links unten nach rechts oben und umgekehrt). Wenn beide Diagonalen gleich lang sind, ist die Öffnung rechtwinklig.

Eine Abweichung von wenigen Millimetern ist normal. Bei mehr als 10 mm Differenz sollten Sie uns das mitteilen – wir passen die Konstruktion entsprechend an.

Schritt 5: Lotrechte prüfen

Halten Sie die Wasserwaage an beide Seitenwände der Öffnung. Ist eine Seite nicht lotrecht (steht sie schräg), notieren Sie die Abweichung.

Auch hier gilt: Kleine Abweichungen sind normal und werden bei der Fertigung berücksichtigt. Wichtig ist, dass wir davon wissen.

Schritt 6: Bodenebenheit im Drehbereich prüfen

Dieser Schritt wird oft vergessen, ist aber wichtig: Legen Sie die Wasserwaage auf den Boden im gesamten Drehbereich der Tür. Prüfen Sie, ob der Boden im Schwenkbereich stark ansteigt oder uneben ist.

Da wir die Tür mit nur 4–5 mm Untermaß fertigen, kann bereits ein leicht ansteigender Boden dazu führen, dass die Tür im Drehbereich auf Kollision trifft – der Abstand zwischen Türunterkante und Boden reicht dann nicht aus. Notieren Sie Unebenheiten und teilen Sie uns diese mit, damit wir die Konstruktion entsprechend anpassen können.

Checkliste für Ihre Anfrage

InformationErledigt?
Breite (3× messen, Minimalmaß notieren)
Höhe (3× messen, Minimalmaß notieren)
Wandstärke (Maximalmaß notieren)
Diagonalen (Rechtwinkligkeit)
Lotrechte geprüft
Bodenebenheit im Drehbereich geprüft
Anschlagrichtung (DIN links / DIN rechts)
Innentür oder Außentür
Besonderheiten (Bogen, Stufe, schräge Decke)
Fotos der Öffnung (frontal + seitlich)

Sonderfall: Rundbogen- und Gewölbeöffnungen

Bei Bogenöffnungen benötigen wir zusätzlich:

  • Die Kämpferhöhe (Höhe bis zum Bogenansatz, also dort wo die gerade Wand endet und der Bogen beginnt)
  • Den Radius des Bogens (bei Halbkreisbögen = halbe Breite, bei Stichbögen separat messen)
  • Am besten: Eine Schablone aus Pappe oder Karton, die Sie in den Bogen halten und abzeichnen

Unsere Empfehlung: Für Rundbögen und Gewölbeöffnungen empfehlen wir grundsätzlich unser professionelles 3D-Aufmaß. Die Fehleranfälligkeit bei manuellen Messungen ist hier besonders hoch, und die maximale Öffnung können wir nur mit einer exakten 3D-Vermessung wirklich ausreizen.

Unser 3D-Aufmaß-Service

Sie sind unsicher oder die Öffnung ist komplex? Wir bieten einen professionellen 3D-Aufmaß-Service an – mit digitaler Vermessung auf den Millimeter genau. Gerade bei Rundbögen, Gewölbeöffnungen und anspruchsvollen Einbausituationen ist das 3D-Aufmaß die sicherste Wahl, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.

Erfahren Sie mehr über den Ablauf und die Vorteile unseres 3D-Aufmaßes oder kontaktieren Sie uns direkt für einen Termin.

Häufige Fragen

Wie viel Toleranz muss ich beim Aufmaß einplanen?
Wir fertigen Ihre Tür mit nur 4–5 mm Untermaß, damit die Spalte so gering wie möglich bleiben. Nennen Sie uns immer das Rohmaß der Öffnung – wir berechnen das exakte Türblattmaß für Sie.
Kann ich das Aufmaß selbst nehmen oder brauche ich einen Fachmann?
Ein sorgfältiges Aufmaß können Sie selbst nehmen, wenn Sie unsere Anleitung befolgen. Für komplexe Öffnungen – insbesondere Rundbögen und Gewölbe – empfehlen wir unser professionelles 3D-Aufmaß. Die Fehleranfälligkeit ist bei solchen Geometrien zu hoch und die maximale Öffnung lässt sich nur mit 3D-Vermessung zuverlässig ausreizen.
Was passiert, wenn mein Aufmaß nicht stimmt?
Eine Einzelanfertigung wird exakt nach Ihren Angaben gefertigt und kann nicht zurückgegeben werden. Bei einem Eigenaufmaß liegt die Verantwortung für die Maße beim Kunden. In der Praxis hat das Eigenaufmaß mit unserer Anleitung bisher immer gepasst – für maximale Sicherheit empfehlen wir dennoch unser professionelles 3D-Aufmaß.

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