AufmaßMontageTippsVorbereitung

Aufmaß nehmen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Türen und Fenster

Aufmaß für Stahl-Lofttüren selbst nehmen: 6-Schritt-Anleitung mit Checkliste, Altbau-Tipps und typischen Fehlern — direkt aus unserer Werkstatt.

6 Min. Lesezeit
Jan van de Weyer
Digitales Aufmaß einer Türöffnung mit Laser-Messgerät

Symbolbild, KI-generiert

Warum ein genaues Aufmaß so wichtig ist

Jede unserer Stahl-Lofttüren ist eine Einzelanfertigung — exakt nach Ihren Maßen. Stimmt das Aufmaß nicht, passt die Tür nicht. So einfach ist das. Standardgrößen wie im Baumarkt gibt es bei uns nicht. Wir fertigen jedes Element millimetergenau. Das heißt aber auch: Eine Nachfertigung kostet Zeit und Geld, das sich vermeiden lässt.

Die gute Nachricht? Sie können das Aufmaß selbst nehmen. Kein Fachwissen nötig. In unserer Werkstatt sehen wir seit über 56 Jahren, welche Maße funktionieren — und wo typische Fehler passieren. Diese Anleitung gibt Ihnen genau das weiter.

Was Sie benötigen

Fünf Dinge reichen aus: Laser-Distanzmesser, Wasserwaage, Bleistift, Notizbuch und Smartphone. Mehr brauchen Sie nicht. Wir fertigen mit nur 4–5 mm Untermaß — da zählt jeder Millimeter.

  • Laser-Distanzmesser — das wichtigste Werkzeug. Ein Bosch GLM 30 oder vergleichbar reicht völlig. Damit messen Sie auf 1 mm genau, und genau das brauchen wir
  • Wasserwaage (60–100 cm) — für Wände und Boden. Ohne die geht es nicht
  • Bleistift und Notizbuch oder unser Aufmaß-Formular zum Ausdrucken
  • Smartphone für Fotos der Öffnung — frontal und seitlich. Die Bilder helfen uns enorm bei der Beratung
  • Kein Laser da? Ein Zollstock (mindestens 2 m) geht auch. Aber ehrlich: Die Genauigkeit ist spürbar geringer. Für Türen ab 2.000 € lohnt sich ein Laser für 40 €

Grundbegriffe kurz erklärt

Drei Begriffe tauchen beim Aufmaß immer wieder auf. Wenn Sie die kennen, reden wir über dasselbe — und es gibt keine Missverständnisse.

Lichte Weite (Lichtes Maß): Die nutzbare Durchgangsbreite und -höhe Ihrer fertigen Öffnung. Das ist das Maß, das Sie uns nennen. Punkt.

Rohbauöffnung: Die nackte Öffnung im Mauerwerk — ohne Zarge, ohne Rahmen. Meist ein paar Zentimeter größer als das lichte Maß. Im Altbau manchmal deutlich größer.

Türblattmaß: Das Maß der eigentlichen Tür. Kleiner als die Öffnung, weil die Tür sich ja bewegen muss. Das berechnen wir — darum müssen Sie sich nicht kümmern.

Schritt 1: Breite messen

Drei Messpunkte, kleinster Wert zählt. Fertig. Messen Sie die Breite der Öffnung oben, in der Mitte und unten. Notieren Sie alle drei Werte.

Warum dreimal? Weil Wände selten gerade sind. In einem Altbau in Mönchengladbach hatten wir kürzlich 15 mm Unterschied zwischen oben und unten — bei einer 90 cm breiten Öffnung. Das klingt wenig, reicht aber, damit eine Tür nicht passt.

Schritt 2: Höhe messen

Gleiches Prinzip: drei Messpunkte (links, Mitte, rechts), kleinster Wert notieren. Messen Sie vom fertigen Fußboden bis zur Oberkante der Öffnung.

Boden noch nicht verlegt? Dann addieren Sie die geplante Aufbauhöhe (Estrich + Belag). Typisch sind 15–20 mm für Parkett auf Estrich. Lieber 5 mm zu viel einplanen als zu wenig — nachkürzen können wir, nachträglich verlängern nicht.

Schritt 3: Wandstärke messen

Weniger kritisch als Breite und Höhe, aber trotzdem wichtig — die Wandstärke bestimmt den Öffnungswinkel Ihrer Tür. Unsere Türen bekommen eine Blockzarge, die direkt an die Wand geschraubt wird. Ihre Wände dürfen also bereits verputzt und gestrichen sein. Nachträglicher Einbau? Kein Problem.

Messen Sie die Tiefe der Öffnung an vier Stellen — oben, unten, links, rechts. Bei unterschiedlichen Werten nehmen Sie den größten Wert. Steht die Tür nah an einer Raumecke, kann sie oft weiter als 90° öffnen. Das rechnen wir für Sie aus.

Schritt 4: Rechtwinkligkeit prüfen

Diagonalen messen — wenn beide gleich sind, ist die Öffnung rechtwinklig. Messen Sie von links unten nach rechts oben und umgekehrt. Bis 10 mm Differenz kein Problem. Mehr? Schreiben Sie es dazu. Wir passen die Konstruktion an.

In Altbauten sehen wir regelmäßig 5–8 mm Differenz. Das gleichen wir bei der Fertigung aus.

Schritt 5: Lotrechte prüfen

Wasserwaage an beide Seitenwände — steht sie schräg, notieren Sie die Abweichung. In Neubauten ist das fast immer in Ordnung. Im Altbau sehen wir gelegentlich Wände, die sich um 5–10 mm nach oben verjüngen. Kein Drama. Aber wir müssen es wissen, sonst entsteht oben ein ungleichmäßiger Spalt.

Schritt 6: Bodenebenheit im Drehbereich prüfen

Der Schritt, den 80 % unserer Kunden vergessen — und der am häufigsten Probleme macht. Legen Sie die Wasserwaage auf den Boden im gesamten Schwenkbereich der Tür. Steigt der Boden leicht an? Dann kollidiert die Tür beim Öffnen mit dem Belag.

Bei 4–5 mm Untermaß reicht schon ein leichter Hügel im Estrich. Passiert öfter als man denkt — gerade bei Fliesen mit Kreuzfuge oder Naturstein mit Unebenheiten. Notieren Sie alles, was Sie spüren oder sehen. Wir passen die Konstruktion dann an.

Checkliste für Ihre Anfrage

InformationErledigt?
Breite (3× messen, Minimalmaß notieren)
Höhe (3× messen, Minimalmaß notieren)
Wandstärke (Maximalmaß notieren)
Diagonalen (Rechtwinkligkeit)
Lotrechte geprüft
Bodenebenheit im Drehbereich geprüft
Anschlagrichtung (DIN links / DIN rechts)
Innentür oder Außentür
Besonderheiten (Bogen, Stufe, schräge Decke)
Fotos der Öffnung (frontal + seitlich)

Sonderfall: Rundbogen- und Gewölbeöffnungen

Hier hört das Selbstaufmaß auf — Rundbögen und Gewölbe vermessen wir lieber selbst. Die Fehlerquote bei manuellen Bogenmessungen ist zu hoch, und gerade bei Einzelanfertigungen wollen wir das Maximum aus Ihrer Öffnung herausholen.

Falls Sie es trotzdem versuchen möchten, brauchen wir:

  • Kämpferhöhe — wo die gerade Wand aufhört und der Bogen beginnt
  • Radius — bei Halbkreisbögen = halbe Breite, bei Stichbögen separat messen
  • Schablone — Pappe in den Bogen halten und abzeichnen. Das hilft mehr als jede Zahl

Unser Rat: Für Rundbögen unser professionelles 3D-Aufmaß nutzen. Kostet nichts extra und spart Nerven.

Unser 3D-Aufmaß-Service

Unsicher? Öffnung kompliziert? Dann kommen wir vorbei. Unser 3D-Aufmaß dauert ca. 1 Stunde und liefert millimetergenaue Daten — digital, nicht auf Zettel. Gerade bei Altbauten mit schiefen Wänden, Rundbögen oder Gewölbeöffnungen ist das die sicherste Variante.

Thomas van de Weyer: „Im Zweifelsfall lieber einmal zu viel gemessen als einmal zu wenig. Eine Tür nachfertigen kostet mehr als eine Stunde Aufmaß.”

Mehr dazu: Ablauf unseres 3D-Aufmaßes oder direkt Termin anfragen.

Häufige Fragen

Wie viel Toleranz muss ich beim Aufmaß einplanen?
Wir fertigen Ihre Tür mit nur 4–5 mm Untermaß, damit die Spalte so gering wie möglich bleiben. Nennen Sie uns immer das Rohmaß der Öffnung – wir berechnen das exakte Türblattmaß für Sie.
Kann ich das Aufmaß selbst nehmen oder brauche ich einen Fachmann?
Ein sorgfältiges Aufmaß können Sie selbst nehmen, wenn Sie unsere Anleitung befolgen. Für komplexe Öffnungen – insbesondere Rundbögen und Gewölbe – empfehlen wir unser professionelles 3D-Aufmaß. Die Fehleranfälligkeit ist bei solchen Geometrien zu hoch und die maximale Öffnung lässt sich nur mit 3D-Vermessung zuverlässig ausreizen.
Was passiert, wenn mein Aufmaß nicht stimmt?
Eine Einzelanfertigung wird exakt nach Ihren Angaben gefertigt und kann nicht zurückgegeben werden. Bei einem Eigenaufmaß liegt die Verantwortung für die Maße beim Kunden. In der Praxis hat das Eigenaufmaß mit unserer Anleitung bisher immer gepasst – für maximale Sicherheit empfehlen wir dennoch unser professionelles 3D-Aufmaß.

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