Thermisch getrennte Profile: Energieeffizienz bei Stahl-Glas-Elementen
Was sind thermisch getrennte Profile und warum sind sie wichtig? Wie sie die Energieeffizienz von Stahl-Türen und Fenstern verbessern – erklärt vom Metallbaumeister.
Das Problem: Stahl leitet Wärme
Stahl ist ein fantastisches Material für Türen und Fenster – langlebig, schlank, formstabil und ästhetisch. Aber Stahl hat einen Nachteil: Er leitet Wärme sehr gut. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von etwa 50 W/(m·K) ist Stahl rund 400-mal wärmeleitfähiger als Holz.
Das bedeutet: Eine Stahltür ohne thermische Trennung transportiert im Winter die Wärme aus Ihrem Wohnraum direkt nach draußen. Im Sommer passiert das Gegenteil – die Hitze kommt herein. Für Innentüren ist das kein Problem. Aber sobald ein Stahl-Glas-Element zwischen drinnen und draußen steht, brauchen Sie eine Lösung.
Die Lösung: Thermische Trennung
Bei thermisch getrennten Profilen wird der Stahlquerschnitt in zwei Teile aufgeteilt: eine Innenschale und eine Außenschale. Dazwischen sitzt ein Isoliersteg aus Kunststoff (meist Polyamid), der die Wärmebrücke unterbricht.
Das Prinzip ist einfach: Wo kein durchgehendes Metall ist, kann keine Wärme fließen. Der Kunststoffsteg hat eine Wärmeleitfähigkeit von nur 0,25 W/(m·K) – ein Bruchteil des Stahlwerts.
Aufbau eines thermisch getrennten Profils
Ein thermisch getrenntes Stahlprofil besteht aus vier Hauptkomponenten:
- Innere Stahlschale – die raumseitige Profilhälfte
- Polyamid-Isoliersteg – unterbricht den Wärmefluss zwischen innen und außen
- Äußere Stahlschale – die wetterseitige Profilhälfte
- Isolierverglasung – Zwei- oder Dreifachglas mit Warm-Edge-Abstandhalter
Zusätzlich kommen Dichtungsebenen hinzu, die Luft- und Schlagregendichtheit sicherstellen.
Profilsysteme die wir verarbeiten
Wir arbeiten mit den führenden Herstellern thermisch getrennter Stahlprofile:
- Forster unico – Schweizer Qualität, besonders schlanke Ansichten, hervorragende U-Werte
- OttoStumm – Italienisches Design, elegant und vielseitig, ideal für anspruchsvolle Architektur
- Jansen VISS / Janisol – Bewährtes Schweizer System, breites Sortiment für Türen, Fenster und Fassaden
Jedes System hat seine Stärken. Welches am besten zu Ihrem Projekt passt, besprechen wir gemeinsam in der Beratung.
Verglasung: Der entscheidende Faktor
Das Profil allein macht noch keine gute Dämmung. Mindestens genauso wichtig ist die Verglasung:
| Verglasungstyp | Ug-Wert | Einsatz |
|---|---|---|
| Zweifach-Isolierglas | ca. 1,1 W/(m²K) | Standard bei Renovierung |
| Dreifach-Isolierglas | ca. 0,5–0,7 W/(m²K) | Neubau, Passivhaus-Nähe |
Der Warm-Edge-Abstandhalter (statt Aluminium) am Glasrand reduziert die Wärmebrücke zusätzlich und verhindert Kondensat am Glasrand.
Wann brauchen Sie thermische Trennung?
Thermisch getrennte Profile sind notwendig bei:
- Außentüren (Haustüren, Terrassentüren, Balkontüren)
- Außenfenstern aus Stahl
- Wintergärten und Glasanbauten
- Raumhohen Verglasungen an Außenwänden
- Kellertüren zwischen beheiztem Keller und Außenbereich
Für reine Innentüren, Raumteiler und Trennwände im beheizten Bereich reichen normale Stahlprofile – schlanker, günstiger und genauso schön.
Normen und gesetzliche Anforderungen
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für Außenbauteile maximale U-Werte vor:
- Fenster und Fenstertüren: Uw ≤ 1,3 W/(m²K) bei Neubauten
- Außentüren: Uw ≤ 1,8 W/(m²K) bei Neubauten
- Bei Sanierungen gelten etwas großzügigere Werte, aber die Richtung ist klar: Bessere Dämmung wird zunehmend gefordert
Unsere thermisch getrennten Stahl-Glas-Elemente erfüllen diese Anforderungen. In der Beratung besprechen wir, welche Werte für Ihr konkretes Bauvorhaben relevant sind.
Fazit
Thermisch getrennte Stahlprofile vereinen das Beste aus zwei Welten: die schlanke, elegante Optik von Stahl mit der Energieeffizienz, die moderne Gebäude brauchen. Wenn Sie eine Stahltür oder ein Stahl-Fenster an der Gebäudehülle planen, führt an thermischer Trennung kein Weg vorbei.
Lassen Sie sich beraten – wir finden das passende Profilsystem für Ihr Projekt.